PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : EGMR stärkt Rechte leiblicher Väter



Alias
15.09.2011, 15:38
Zur Info:

Wie ich eben aus ner Tageszeitung erfahren habe, hat der EGMR entschieden, dass ein leiblicher Vater u.U. Anspruch auf eine Vaterschaftstest / Umgangsrecht haben könnte, auch wenn es einen rechtlichen Vater (z.B. verheirateter Ehemann) gibt.

Für mich richtig. Allerdings könnte, vielleicht sollte dies einen gewissen Personenkreis zum Schwitzen bringen.

Gruß
Alias

Devil67
16.09.2011, 08:09
Naja, so wirklich glücklich finde ich das nicht.
Natürlich könnten da einige ins schwitzen kommen, andererseits frage ich mich was wohl für das Kind besser ist.
Im glauben aufzuwachsen Papa ist Papa, oder nach x Jahren zu erfahren das Papa nicht Papa ist sondern jemand bislang fremdes.
Dürfte eher für künftige Fälle von Bedeutung sein das Urteil.

oppa
16.09.2011, 10:29
Speziell hinsichtlich des Umgangsrechtes tatsächlich leiblicher Väter (wie in dem dem Urteilsfall zugrunde liegenden Fall, aber auch z.B. in Trennungssituationen) sind das geltende Recht und seine rechtsphilosophischen Grundlagen m.M. und auch m. Erfahrung nach in der überwiegenden Mehrzahl der Lebenssituationen völlig kontraproduktiv, was das Kindeswohl (als Maß der Dinge) angeht.

Da wird festgestellt, dass es das "Recht der Kinder sei, mit dem leiblichen Vater Umgang zu haben, weil sonst das Kindeswohl gefährdet sei".

Das mag in einigen Fällen, z.B. nach Trennungen verantwortungsbewusst handelnder Eltern, auch wirklich der Fall sein.
In der überwiegenden Zahl der Fälle jedoch bin ich überzeugt, dass gerade durch die ja praktisch zwangsweise Hin- und Herwerferei von dann vielleich auch noch relativ kleinen Kindern zwischen zwei Lebenswelten zusätzlich vermeidbarer bleibender Schaden entsteht.
Es ist Fakt, dass in sehr vielen zerrütteten Ehen die Kinder sowieso die Instrumente ständig gegenseitiger Verletzungen der Eltern gegeneinander sind.
Durch die zwangsweisen Kontakte anlässlich der "Umgangszeiten" werden hier zusätzliche Kriegsschauplätze eröffnet, die sonst nicht entstehen könnten.
Es ist z.B. nicht einsehbar, warum Vätern Umgang gestattet werden muss, die nachweislich Unterhalt verweigern (z.B. durch "armrechten", das beliebte Spielchen bei Selbstständigen), und die somit auf geradezu maximal verwerfliche Weise zeigen, wie ihnen das Kindeswohl am Herzen liegt.
Warum nicht die angebliche Notwendigkeit für Kinder, schon so früh wie möglich ihre biologische Herkunft zu verstehen, auf ein Alter verschieben, in dem sie die geschilderten Umstände der Trennung ihrer Eltern viel besser verstehen können.

Man kann den Eindruck nicht los werden, dass hier sehr häufig völlig lebensfremde Konstrukte die sehr einfachen Regeln bestimmt haben, ohne zu berücksichtigen, dass das wirkliche Leben mit unendlich vielen Facetten aufwartet.
Und gerade in diesen Fällen werden durch starre Regeln, von vielleicht auch noch überforderten MitarbeiterInnen öffentlicher Institutionen "durchgepeitscht", Schäden nicht nur am Kindeswohl angerichtet.

Vaughn
16.09.2011, 10:40
Offtopic:

Das Urteil hat George Lucas doch schon vor Jahren vorweggenommen:
"chchchch. Ich bin dein Vater, Luke!!! chchchchch."